Personal aus Osteutropa
In der Finanz- und Wirtschaftskrise sind Weiterbildung und Personalentwicklung ins Trudeln geraten. Der Fokus liegt in den meisten Unternehmen nun vor allem auf einer Intensivierung von Marketing- und Vertriebsaktivitäten sowie der Suche nach Effizienzreserven und Produktivitätssteigerungen. Dies birgt die Gefahr, dass notwendige Anpassungs- und Aufstiegsqualifizierungen v
erpasst und unbewusst heute der Grundstein für zukünftige Wettbewerbsnachteile gelegt wird. Zugleich muss man Verständnis dafür haben, dass alle Möglichkeiten der Kostenreduzierung (cost improvement) genutzt werden. Dabei darf die Weiterbildung und Personalentwicklung kein Tabu sein. Eine Hauptursache für Ineffizienzen und unnötige Kosten sind nach wie vor zahlreiche externe Weiterbildungsangebote. Es existiert eine unübersehbare Quantität externer Qualifizierungsangebote auf fachlicher und überfachlicher Ebene, mit leider oft zweifelhafter Qualität. Die Effektivität und Effizienz von klassischen Weiterbildungsangeboten wird immer wieder hinterfragt. Dies gilt vor allem für sehr spezialisierte Tätigkeitsgebiete und Positionen, z.B. im technischen Bereich, wo Teilnehmer von externen Weiterbildungen zunehmend beklagen, dass Seminare ihren spezifischen Lernanforderungen nicht gerecht werden konnten. "Ich habe eher dem Trainer bzw. Dozenten etwas beigebracht. Der wusste überhaupt nicht über unsere Technik Bescheid", lautet der Originalton eines frustrierten Seminarteilnehmers. Die Kosten von 500 bis 1000 € für nur einen einzigen Seminarteilnehmer sind verschwendet. Das addiert sich auch in mittelständischen Unternehmen leicht auf einen sechsstelligen Fehlbetrag jedes Jahr. Die Konsequenz ist, dass Unternehmen bei Qualifizierungsbedarfen, die stark auf eigene Technologien oder unternehmensspezifische Lösungen ausgerichtet sind, nicht auf externe Angebote, sondern auf das eigene Know-how bauen sollten. "In jedem Unternehmen schlummert ein riesiges Potenzial an sehr qualifizierten Experten, die ihr Wissen und ihr Know-how an Kolleginnen und Kollegen weitergeben könnten.