17/03/2026
Eine Verständnisfrage, eine Klarstellung, eine Danksagung und eine Entschuldigung
Thema: aktuelle Lage rund um die Bahnhofbar Spielcafé Eppan
Ich wende mich hiermit an die Öffentlichkeit auf Social Media, da ich Gesprächsbedarf zur aktuellen Lage in der Bahnhofbar Eppan habe.
Manchen dürfte zu Ohren oder Augen gekommen sein, dass ich, Erich, der Pächter der Bahnhofbar, in letzter Zeit recht angespannt wirke.
Erfreuliche Nachrichten: die öffentliche Toilette wird 3 Jahre, nachdem ich bei der Eröffnung schriftlich darum gebeten hatte, endlich umgebaut.
Die schlechten Nachrichten: Es entstanden 2 neue Probleme:
Nr. 1: Es wurden provisorische Dixi-Klos, ohne fließend Wasser, Licht oder angemessener Hygiene, als Ersatz während der Bauzeit aufgestellt, die womöglich für eine Woche ein hinnehmbarer Kompromiss darstellen würden, aber sicher nicht über einen schon bereits vorher bekannten Zeitraum von mindestens 2 Monaten.
Für mich, dem sehr daran gelegen ist, einen positiven Aufenthalt und ein schönes Erlebnis unseren geschätzten Gästen zu bieten mit allem, was mir möglich ist nach besten Wissen und Gewissen, ist dies ein Schlag ins Gesicht, abgesehen von den zusätzlichen, wirtschaftlichen Einbußen nach den Einbußen, die wir aufgrund einer nur schwer hinnehmbaren Toilettensituation in den letzten 3 Jahren sowieso schon hatten.
Nr.2: Ich forderte im Vertrauen, dass wir aus Fehlern doch lernen, 3 Vorkehrungen, nachdem die neuen öffentlichen Toiletten fertiggestellt werden, um ihren Erhalt gegen Vandalismus und Versiffung bestmöglichst zu sichern:
1. Die Außentür muss permanent verschlossen werden, wenn die Bar geöffnet ist (7 Tage, vormittags bis spätnachts). Die neue Verbindungstür, Bar-Toilette wird der neue Zugang. So haben wir bereits etwas Kontrolle bzw. steigt die Hemmung, die Toiletten in Mitleidenschaft zu ziehen.
2. Hilfe böte eine Art 'Gettoni-Schloss' an beiden Türen, bei der der Toilettenbenutzer nicht umhin kommt, vorher mit dem Bar-Personal in Kontakt zu sein. Bei Konsumation wird der Gettoni kostenlos erstattet, ansonsten fallen Cent-Beträge von z.B. 0,50€ an (siehe Montiggler öffentliche Toiletten).
3. Der Bar soll die Verantwortung der Reinigung zuteil werden, da man so gewährleisten kann, dass die Toilette den ganzen Tag über in einem ordentlichen Zustand ist - gastronomischer Standard eben. Ein mal pro Tag ein Reinigungsdienst seitens der Gemeinde ist angesichts des hoch frequentierten Bahnhofareals und generell Gastronomie unzureichend. Natürlich wäre ein Kostenausgleich angebracht.
Sollte die Bar mal geschlossen haben (was nicht sehr oft vorkommen dürfte, wie in den vergangenen Jahren unter meiner Führung angekommen sein dürfte), kann immer noch die Außentüre geöffnet werden bzw. mit dem System des Gettoni-Schlosses weiterhin eine Hürde gesetzt werden.
Leider fließt meine Meinung offensichtlich nur gering in den Entscheid der Gemeinde ein, da die Pläne ganz andere seien.
Mich würde nur interessieren:
Welche Argumente sprechen gegen diese Lösung?
Denn es scheitert, laut meinen Informationen, schon bereits an der Sperrung der Außentür, die anderen Vorkehrungen stehen erst gar nicht zur Debatte.
Durch meine Motivation, vor allem der einheimischen Gesellschaft eine Bar von Wert und das südtirolweit einzigartige Konzept des Spielcafés bieten zu können, bin ich all die Herausforderungen der Selbstständigkeit, Themencafé-Etablierung, Arbeitsmarkt, Inflation, Reputationsdefizit der Bar und Zone, Bedürfnisse und einheimische Mentalität, angegangen.
Doch solche Vorgehensweisen einer Institution wie der Gemeinde, die ebenso für das Wohlbefinden der Gesellschaft verantwortlich ist, zehren gewaltig an der Sinnhaftigkeit meiner tagtäglichen Initiative. Für was mache ich das eigentlich?
Dazu stelle ich mir die Frage, wenn die Gemeinde Eppan an einem solchen grundlegenden Bedürfnis schon scheitert, werden größere Projekte wie Mercanti-Kaserne und Rastwiesen, Umfahrung Pillhof, Zukunftsplanung der Mobilität und all die anderen Projekte in der Gemeinde angemessen angegangen und kompetent durchgeführt im Interesse aller Bürger?
Zuletzt möchte ich mich bei all unseren Gästen entschuldigen und zugleich danken, die unsere Bar trotz allem aufsuchen, uns finanziell und moralisch unterstützen und uns, besonders aber mir den Wert unserer Tätigkeit, immer wieder erkennen lassen.
Ihr seid die Stärke unseres Schaffens.
Ideen, Pläne und Energie sind noch lange nicht ausgeschöpft, nur sehe ich momentan hinsichtlich dieser Situation den Sinn nicht, unter Eppaner Wappen noch irgendwas bieten zu wollen.
Auch danke ich meinem Team für die Unterstützung und Loyalität.
Danke und mit Grüßen,
Erich
Bahnhofbar Eppan