28/10/2025
🕯️ Die Legende vom Rabenfluch der Endstation 🕯️
(Eine schaurig schöne Geschichte zum Rabenball)
Es heißt, an einem verregneten Herbstabend, lange bevor die Endstation ihren Namen trug, saß dort eine Frau allein an der Theke. Ihr Haar war dunkel wie Rabenfedern, ihr Blick voller Fragen, und vor ihr stand ein Glas Pfeffi, das im Kerzenlicht schimmerte.
Keiner wusste, woher sie kam – aber sie brachte einen Raben mit.
Man sagt, sie sprach mit ihm.
Und der Rabe antwortete.
Sein Name war Kiros – und seine Stimme war wie kalter Wind, der durch alte Gemäuer streicht.
Er erzählte Bonny von einem Fluch, der einst auf diesem Ort lag:
> „Vor vielen Jahren, Rabenherz,“ flüsterte er,
„hat ein Mann hier betrogen, gelogen und Blut vergossen.
Seitdem sieht niemand diese Bar,
es sei denn, er gehört zu ihr.“
Bonny lachte zuerst – doch am nächsten Abend kamen keine Gäste.
Nicht einer.
Draußen ging das Leben weiter, drinnen stand die Zeit still.
Kein Licht fiel durch die Fenster, kein Lachen hallte durch den Raum.
Für die Welt da draußen war die Endstation einfach verschwunden.
Nur Habibi hörte sie noch – das leise Klirren der Gläser.
Er kam trotzdem, stellte zwei Teegläser hin und sagte:
„Wenn niemand mehr den Weg findet, dann trinken wir allein.“
Eymen kam später, als der Wind durch die Tür zog.
Er schwor, jemanden durch die Scheiben gesehen zu haben –
eine Frau in Schwarz, die lächelte und verschwand.
Anatoli zündete Kerzen an, eine nach der anderen,
bis die Theke glühte wie ein Altar.
Martina murmelte etwas von bösen Augen und alten Geistern,
während Oma Maria kichernd Pfeffi in den Kerzenkreis goß –
„Wenn’s nicht hilft, dann wenigstens wärmt’s.“
Carlo schwor, er habe Schritte gehört aus der Darts-Ecke,
aber da war niemand.
„Vielleicht will der Fluch nur spielen“, grinste er nervös.
Und das war wirklich gruselig, denn es gibt keine Dart Ecke und Carlos ist schon lange weg...
Und als Bonny den Kopf hob, saß Kiros auf dem Tresen –
mit glühenden Augen und einem Tropfen Pfeffi im Schnabel.
> „Nur ein Rabenball,“ krächzte er,
„kann den Fluch brechen.
Wenn die Masken fallen,
und die Schatten tanzen,
und das Lachen wiederkehrt.
Nur dann wird man euch wiedersehen.“
So beschlossen sie, jedes Jahr in der Nacht des 31. Oktober
den Rabenball zu feiern –
nicht aus Eitelkeit, sondern aus Trotz.
Wenn das Mondlicht auf die Theke fällt
und Bonny das erste Glas hebt,
flackert ein Schimmer im Fenster.
Dann kehren sie zurück –
die Stimmen, die Lacher, die verlorenen Seelen.
Und für eine Nacht wird die Endstation wieder sichtbar –
hell, laut, lebendig.
Doch wehe dem, der kommt, ohne eingeladen zu sein.
Denn Kiros sieht alles.
Und wer kein Herz aus Pfeffi hat,
dem flüstert er den Fluch ins Ohr.
> „Nur wer den Mut hat, zu bleiben,
darf die Bar betreten.
Und wer sie verrät –
wird nie wieder den Weg finden.“
So endet die Geschichte.
Oder beginnt sie erst –
am Rabenball,
wenn die Schatten wieder trinken lernen.
Rabenball - Bad Taste
Halloween
31.10.25
Ab 20:00
🖤