Folklore Festival Wiesbaden

Folklore Festival Wiesbaden 1976 - 2015

Gegen Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie. Seit 1976 gab es das Folklore Festival.

Unser dreitätiges Open Air mit circa 30.000 BesucherInnen fand immer am letzten August Wochenende, direkt bei uns am Kulturzentrum Schlachthof auf den Wiesen des Kulturparks statt. Künstler wie Fettes Brot, Wir Sind Helden, Sportfreunde Stiller, Kraftklub oder Casper spielen hier ebenso wie regionale Künstler oder szenigere Bands wie Kitty, Daisy & Lewis oder The Apples. Das Festival verband wider

ständlerischen hippiesquen Charme mit Web 2.0 Popkultur – auch durch die über 100 Stände von Antifa bis Bratschinken, mit Straßenkünstlern oder Graffiti Artists aus der ganzen Welt. Von den Reisinger Anlagen zog Folklore im Garten erst in den Schlosspark Freudenberg und dann zum Kulturzentrum Schlachthof. Bis 2006 wurde es vom Amt für Soziale Arbeit durchgeführt, dann jedoch privatisiert. Das Kulturzentrum Schlachthof hat damals den Zuschlag erhalten, das Festival zu übernehmen. 2015 fand das Festival zum letzten Mal statt. Kontakt:
[email protected]

Ständler, Initiativen:
[email protected]

Impressum:
Volkswirtschaft UG
-haftungsbeschränkt-
Murnaustraße 1
65189 Wiesbaden

fon +49(0)611.97445-0
fax +49(0)611.97445-20

Steuernummer: 043 247 80058
Ust ID: 268166655
Amtsgericht Wiesbaden HRB 24346

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß §10 Absatz 3 MDStV:
Dietmar Krah

20/11/2015

Offener Brief zum Folklore Festival

An alle Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger,
alle Fans,
alle AnwohnerInnen,
alle KünstlerInnen und StändlerInnen
und alle Wiesbadener PolitikerInnen und EntscheiderInnen,

Nachdem die große Koalition aus CDU/SPD ihren Haushaltsentwurf vorgelegt hat, steht fest: Das Festival „Folklore“ erhält ab 2016 keinen städtischen Zuschuss mehr.

Ohne einen Zuschuss ist das Festival – so wie wir es kennen – nicht finanzierbar. Ebenfalls wird die Stadt Wiesbaden – anders als bisher kommuniziert – nicht dazu beitragen, den Verlust von „Folklore 015“ aufzufangen.

Der Weg der Veranstalterin „Volkswirtschaft UG“ in die Insolvenz ist damit unumgänglich geworden. Das ist sehr bitter. Für das Publikum, für alle Mitwirkenden, für unsere Partner, für die Landeshauptstadt Wiesbaden und nicht zuletzt für uns.

Bereits vor der Privatisierung im Jahr 2004, als „Folklore“ noch vom Sozialdezernat veranstaltet wurde, hat das Festival die Stadt mehr Geld gekostet als „nur“ den Zuschuss.

Nachdem wir Folklore übernommen hatten, bestand unsere erste Aufgabe darin, den von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Auszug aus dem Freudenberger Schlosspark zu vollziehen. Hinein in eine jahrelange Baustelle am Schlachthof ohne Zeltmöglichkeiten. Sicher kein optimaler Start.

Wir haben dieses Festival geliebt. Und wir haben es immer wieder geschafft, auftretende Verluste zu kompensieren. Langfristig haben wir eine finanzielle „Null“ geschrieben, ohne das Festival in seinem Wesen zu zerstören. So konnte Folklore erhalten bleiben. Zehn Jahre lang.

Da aber nie langfristige Rücklagen erwirtschaftet werden konnten und die Produktionskosten im Lauf der Jahre stetig stiegen, mussten wir Folklore 2015 erneut reformieren.
Unser neues Konzept hat nicht funktioniert. Es kamen weitaus weniger BesucherInnen, als zur Deckung der Kosten nötig gewesen wären. An dieser bitteren Erkenntnis führt kein Weg vorbei.

Die Chance für ein weiteres „Folklore“ wird es nun nicht mehr geben. Mit der Streichung des Zuschusses wurde eindeutig postuliert: Das Festival – so wie wir es kannten – wird ein Jahr vor dem 40jährigen Jubiläum
beerdigt.

Gerne hätten wir einen würdigeren Abschied genommen. Folklore hätte es verdient.
Auf Wiedersehen, Folklore, auf Wiedersehen!

Die Folklorecrew

15/10/2015

WHEN THE S**T HITS THE FAN

Ja, vielleicht hätten wir in den elf Jahren, in denen wir das Folklore Festival gemacht haben, den Preis jedes Mal ein bisschen erhöhen müssen. So wäre der gefühlt drastische Schritt in 2015 nicht nötig gewesen. Vielleicht wäre das Festival dann aber langsam gestorben.

Und ja, wir haben in 2015 ein für Folklore typisches buntes Musikprogramm abgeliefert. Aber vielleicht war es zu bunt, denn viele wollten keine 25,00€ pro Tag ausgeben, wenn sie sich doch nur für zwei bis drei der Bands interessieren.
Und sicher, das neue Konzept wurde nicht von allen verstanden, auch wenn wir allerorten so viel darüber kommuniziert haben wie nie zuvor über Folklore.

Wir mussten Folklore wirtschaftlich neu aufstellen, das alte Modell war zum Scheitern verurteilt. Ein bisschen an den Getränkepreisen zu feilen, ein paar Euro mehr Eintritt, das hätte alles nicht lange gereicht. Also musste ein drastischer Schritt her. Ein Schritt, der Folklore als 39 Jahre altes, alternatives, gernerationsübergreifendes Ereignis zwischen Open Air und Stadtfest noch erkennbar sein lässt.

Das Ergebnis aus Folklore 015 spricht aber eine klare Sprache: Das Konzept wurde von Euch längst nicht genügend stark angenommen. Es war ein Fehlstart. Vielleicht würde es in einem zweiten oder dritten Jahr besser laufen, aber diese Chance haben wir nicht. Denn die diesjährigen Kosten übersteigen bei weitem die Einnahmen. Der Verlust beträgt über 100.000 €. Wir bzw. die „Volkswirtschaft UG (unsere Firma, die Folklore betreibt und nur diesem Zeck dient) kämpft aktuell darum, die Insolvenz abwenden zu können: um niemandem Geld schuldig zu sein, sei es einer Thekenkraft, einem Künstler oder einem PA Verleiher.
Immerhin: Es gibt eine Zusage aus dem Wiesbadener Rathaus, den Verlust im Jahre 2015 zu tragen. Angesichts der Sparmaßnahmen für den städtischen Haushalt 2016/17 gibt es aber ebenso die Aussage, dass Folklore keine Priorität genießt.

Aktuell kämpfen wir noch mit den Folgen des diesjährigen Festivals.
Ob es überhaupt mit Folklore weitergeht?
Zur Zeit ist das sehr unwahrscheinlich.
Nach elf Jahren ununterbrochenem Kampf um Wirtschaftlichkeit, Lärm, Machbarkeit, Baustellen, Genehmigungsfähigkeit und dem Umstand, dass es uns nie gelungen ist, aus dem Festival Rücklagen für schlechte Zeiten zu generieren, die länger als ein Jahr reichen, ist bei uns die Luft raus. Gute Laune geht anders.

Wir hätten so gerne das 40jährige Jubiläum mit Euch gefeiert.
Aber vielleicht ist es an der Zeit, von diesem Festival Abschied zu nehmen.
Anders wäre schöner gewesen.

Wie auch immer es weitergeht: ganz gewiss werden wir nicht nur im Schlachthof Veranstaltungen machen, sondern auch an neuen Ideen und Konzepten basteln. Manchmal muss eine Tür zugehen, damit sich die nächste öffnen kann.

Every new beginning comes from some other new beginning´s end.

Au revoir Folklore? Au revoir mon amour!

31/08/2015

alle Fotos von FrankM. Livephotography

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31/08/2015

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30/08/2015

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Eindrücke vom Folklore NullFünfzehn-Samstag gibt's hier:
30/08/2015

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Heute: Finale! mit AnnenMayKantereit / Strom Und Wasser / Die Mukketier-Bande / Whiskydenker dem Weiberkram Mädelsflohmarkt.
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"Wasserstellen" für eine Erfrischung gibt's beim Perfect Day Stand und am Mahnmal. (Foto FrankM. Livephotography)

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29/08/2015

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29/08/2015

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Wiesbaden
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