16/06/2026
Hier der Zeitungsartikel aus den Ruhr-Nachrichten von heute. Heute online und morgen Print.
Neue Pinte, alter Treffpunkt Carsten Heidemann (49) will die Große Heide in Olfen beleben.
Seit April führt Carsten Heidemann (49) die ,,Camping'Pinte" in Olfen. Mit bodenständiger Küche und Gemeinschaftsgefüihl will er die frühere Gaststätte neu beleben.
Darum geht's:
• Carsten Heidemann (49) aus Olfen ist neuer Pächter der ,,Camping'Pinte" am Campingplatz Große Heide.
• Er erweitert Öffnungszeiten Speisenangebot und Gemeinschaftsaktivitäten für Camper und externe Gäste.
• Seit dem Start im April ist die Resonanz positiv.
Auf den ersten Blick hat sich kaum etwas verändert. Der Tresen ist derselbe, die Stühle stehen an ihrem Platz, auch die Bilder hangen noch an den Wänden. Und doch sagten viele Gaste, die frühere Gaststätte auf dem Camping platz Große Heide in Olfen fühle sich anders an, seit Carsten Heidemann dort hinter dem Tresen und in der Küche stehe.
Der 49-Jahrige ist seit Anfang April neuer Pächter der ,, Camping'Pinte". So nennt er die Gaststätte. die vorher Gaststätte Große Heide hieß. inzwischen bewusst. Der neue Name solle zeigen, worum es ihm gehe: um Campinggefühl, Kneipenatmosphäre und Gemeinschaft, aber nicht nur für Camper. ,,Bei uns ist jeder willkommen, ob von draußen oder wie auch immer."
Pächter mit Camping-Vergangenheit
Heidemann kennt den Campingplatz nicht nur als Pächter - er lebt auch selbst dort. Vor rund vier Jahren sei er auf die Große Heide gekommen, wo er mittlerweile eine feste Parzelle mit Wohnwagen und Vorzelt besitze. Cam- pen gehöre schon seit er denken könne zu seinem Leben, sagt er. Früher sei er mit einem selbst ausgebauten VW T4 häufig von seiner damaligen Heimat Dülmen aus losgezogen. Beruflich habe er unter anderem in einer Werkstatt gearbeitet, die auf Wohnmobile spezialisiert war.
Und auch Gastronomie sei ihm nicht völlig fremd. Vor etwa 15 Jahren habe er bereits in einer Kneipe mit Saalbetrieb und Kegelbahn gearbeitet. Als er gehört habe, dass der bisherige Pächter der Gaststätte aufhören wolle, habe er den Verpächter des Campingplatzes schließlich kurzerhand angesprochen. Gemeinsam habe man sich darauf verständigt, es zunächst für eine Saison zu versuchen.
Carsten Heidemann steht dort, wo ihn seine Gäste am ehesten suchen: hinter der Theke der Camping'Pinte in Olfen.
Die Resonanz sei bislang sehr gut, sagt Heidemann. ,,Hier auf dem Platz hat ein richtiger Treffpunkt mit dem dazugehörigen Gefühl einfach gefehlt."' Vor seiner Zeit sei die Gaststätte im Wesentlichen freitags und samstags von 17 bis 22 Uhr geöffnet gewesen. Viele Gäste seien lediglich zum Essen gekom- men und danach wieder gegangen. In der Vorsaison öffnet die neue ,,Camping'Pinte" nun von Donnerstag bis Sonntag. Sonntags gibt es nach- mittags Kaffee, Waffeln oder Quarkbällchen. Dazu kommt ein Kioskangebot mit Eis, Süßigkeiten, Chips, Milch und Kleinigkeiten, die Camper auf dem Platz schnell brauchen können.
Gerichte mit eigener Note
In der Küiche setze er auf bodenständige Gerichte mit eigener Note, sagt Heidemann. Schnitzel würden täglich frisch geklopft, Soßen verfeinert, ein Hausmacherdip selbst hergestellt. Neu im Angebot ist Pizza mit eigenen Teig. ,,Ich mag Pizzen gerne etwas dicker, wo der Rand schön aufgeht und knusprig ist", sagt er über eine weitere seiner eigenen Noten
Zu den beliebtesten Speisen in der ,Camping'Pinte" zählen laut Carsten Heidemann (49) aus Olfen klassiker wie Currywurst mit Pommes und Mayo sowie Krüstchen.
Die Gäste kommen nach Heidemanns Beobachtung inzwischen nicht mehr nur vom Platz. Mittlerweile kämen auch häufiger Radfahrer aus Selm, Olfen und Datteln. Auch ein Altherrenclub aus Vinnum und Umgebung sei nach längerer Pause wieder regelmäßig da. Für ihn sei das ein Zeichen, dass die Pinte über den Campingplatz hinaus funktionieren könne - gerade in einer Zeit, in der klassische Kneipen vielerorts verschwänden. Und ohnehin unter- scheide sich eine Campingkneipe von einem normalen Restaurant, sagt Heidemann, weil dort die Grenzen fließender seien: ,Wir sind eine Gemeinschaft. Wir sitzen alle im selben Boot. Und wollen alle eine tolle freie Zeit verbringen."
Dazu sollen auch Veranstaltungen beitragen. Tanz in den Mai und das Ancampen im April gab es bereits. Am 4. Juli sei ein Sommerfest geplant - mit Spanferkel, Hüpfburg, Kinderschminken, Cocktailbar und Bierwagen. Auch eine Silvesterparty könne er sich vorstellen.
Ein Schild mit dem neuen Namen soll es irgendwann auch geben. Noch sei der Verpächter diesbezüglich aber zurückhaltend. Dennoch ist Heidemanns Ziel klar: Die Türen sollen offen stehen - nicht nur für Camper, sondern fün alle. ,Sonst bleibt es zu intern", sagt er. Aus der alten Gaststätte solle wiede ein richtiger Treffpunkt werden