28/10/2016
Schlussspurt und Neuanfang beim Chemnitztal-Radweg
Eine 105 Meter lange Hängebrücke soll künftig Radfahrer über die Chemnitz bei Auerswalde führen. Doch nicht überall kann auf der ehemaligen Bahntrasse gebaut werden.
Von Bettina Junge
erschienen am 16.09.2016
Markersdorf. Noch in dieser Woche soll die B 107 in Auerswalde halbseitig gesperrt werden. Eine Ampel ist bereits installiert. Es beginnen vorbereitende Arbeiten für den Bau einer Brücke über den Auerswalder Bach, sagt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Damit beginne die Endphase beim Bau des neuen Chemnitztal-Radweges zwischen Wittgensdorf und Markersdorf. "Freie Presse" gibt einen Überblick.
Markersdorf-Wittgensdorf: Die Baggerarbeiten an der Chemnitz für den Bau einer Hängebrücke sind indes in vollem Gange. Ab Montag sollen Gründungsarbeiten für das imposante Bauwerk beginnen, so Sieber. Es wird eine Pylonbrücke gebaut. Dabei tragen zwei hochaufragende Bauteile die gesamte Last. Wohl bekannteste Hängebrücke ist die in San Francisco, die 8320 Meter lang ist. In Auerswalde soll die Brücke 105 Meter lang werden. Der Anschluss soll Ende 2017 fertig sein. Während Restarbeiten an Brücken in Markersdorf-Kolonie und Köthensdorf samt Tunnel nahe am Schusterstein laufen, erfolge auf den übrigen Abschnitten der Asphalteinbau. "Da noch Geländer und andere Ausstattungen bis Dezember 2016 angebracht werden müssen, ist das Befahren vorher noch nicht erlaubt", sagt Sieber. Insgesamt werden 2,6 Millionen Euro auf dem 5,7 Kilometer langen Abschnitt der ehemaligen Eisenbahntrasse der Chemnitztalbahn investiert.
Markersdorf-Diethensdorf: Der Zweckverband hat in seiner Sitzung in dieser Woche die Arbeiten für den Neubau einer kleineren Brücke über den Amselgrund vergeben. Ab Oktober errichtet laut Verbands-Chef Günter Hermsdorf eine Claußnitzer Firma für rund 75.000 Euro eine Stahlbetonbrücke. Die Brücke überquere die Chemnitz etwa 100 Meter nach den Bahnschienen der ehemaligen Bahntrasse, die jetzt von den Markersdorfer Eisenbahnfreunden genutzt wird. Ziel sei es, dieses Jahr das Bauwerk fertigzustellen. Der Ausbau der rund 2,2 Kilometer langen Strecke soll rund 2,7 Millionen Euro kosten. Dabei werde nicht auf der ehemaligen Bahntrasse gebaut, sondern daneben ein Weg neu angelegt. Laut Hermsdorf schauten sich gestern Planungsfachleute den gesamten Abschnitt an, um nötige Baumfällungen vorzubereiten. Die Ausschreibung der Arbeiten soll anschließend erfolgen.
Für diesen Abschnitt notwendige Ausgleichsmaßnahmen hat der Verband ebenso beschlossen. Für die künftige Versiegelung - das heißt: Waldboden wird für den Radweg asphaltiert - müssen laut Gesetzgeber Flächen nach naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten gestaltet werden, erläutert Hermsdorf. Dafür seien Flächen auf dem Gelände der Naturschutzstation Herrenhaide vorgesehen. Für rund 17.000 Euro wird eine Gartenbaufirma aus Taura nichttypische Nadelbäume an einem Waldsaum entfernen und dafür Gehölze und Büsche anpflanzen, die in der Region üblich sind, fügt er hinzu. Die Arbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen.
Diethensdorf-Stein: Der Chemnitztal-Radweg soll auf diesem Abschnitt auf der Staatsstraße weitergeführt werden. Dafür sind laut Hermsdorf keine großen Investitionen notwendig. Einige Angleichungen und die Ausschilderung müssten vorgenommen werden.
Stein-Göritzhain: Für die Weiterführung vom Ortseingang Stein bis zum Bahnhof Göritzhain soll jetzt ein Büro aus Mittweida mit den Vorplanungen beginnen, so Hermsdorf. Dafür seien 2017 knapp 13.000 Euro veranschlagt. Auf diesem Abschnitt sei nur ein Brückenbau notwendig. Bis 2019 soll die Trasse bis Diethensdorf befahrbar sein. Dann könnte mit dem Weiterbau in Richtung Göritzhain begonnen werden. Geplant ist eine Weiterführung bis Wechselburg. Dazu gebe es aber noch keine konkreten Vorstellungen.
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