Ende Juli eröffnet der KULTUR KIOSK im Züblin-Parkhaus. Innerhalb eines Monats haben Sara Dahme und Christian Rühle den kleinen Raum am Rande des Leonhardsviertels renoviert und ihm nicht nur neue Farbe, sondern auch ein neues Konzept verpasst. Ihr Anliegen: Die Galerie mit zweimonatlich wechselnden Ausstellungen soll Stadt und Kultur verknüpfen und das Quartier neu beleben, ein Ort des Austauschs und der kulturellen Begegnung werden.
Gezeigt werden soll nicht nur klassische Flachware, sondern auch Design und angewandte Kunst, die man bei einer Tasse Kaffee auf sich wirken lassen kann. „Wir freuen uns auf neue Impulse, Austausch“, sagt die Kunstvermittlerin. Und verspricht, sich nicht nur beim kulturellem Rahmenprogramm, sondern auch beim Kaffee größte Mühe zu geben.
Die ersten Testläufe gibt es bereits in den nächsten Wochen: Das Symposium „Shape your City, Share your City“ ist am kommenden Donnerstag mit seinem Prolog zu Gast: Mit einem Vortrag an der frischen Luft macht Christoph Schäfer den Aufschlag für das Festival DIE IRRITIERTE STADT.
Am 17. Juli gibt es dann schon Erfrischungen zur „Drive-through-Vernissage“ von Fumes and Perfumes.
Eröffnet wird der Kultur Kiosk dann am 30.Juli mit einer Performance des KOLLEKTIVs zum Thema häusliche Gewalt, am 31. Juli spielen Edgar & Putte dem Kultur Kiosk ein Ständchen und am 1.Juli wird die Ausstellung mit Arbeiten von Nico Schützinger eröffnet – jeweils ab 19Uhr.
Ab Oktober wird die „Public Poster Galerie“ der „Bewegung für radikale Empathie“ zu sehen sein und viele spannende Formate und Workshops zum Thema Politik anbieten.
Neben den Ausstellungen haben sich die Macher*innen vorgenommen, Öffnungstage mit verschiedenen Setzungen und Schwerpunkten anzubieten: „Es soll klassische Gespräche mit den Künstler*innen über ihre Arbeiten geben, moderierte Lesungen mit Autor*innen, Konzerte, Salonabende, aber auch Podiumsdiskussionen, die sich mit der Stadt, dem Ort, der Relevanz der Werke auseinandersetzen und der Notwendigkeit von Kultur.“
Ein Erlebnisort für die Stuttgarter Kultur, der Stuttgarter Bürger*innen zusammenbringt und neue
Denkräume öffnet. Apropos Raum: Ihren KULTUR KIOSK wollen die beiden auch regelmäßig anderen Kulturschaffenden* aus Stuttgart zur Verfügung stellen – sei es ein regelmäßiger Kinoabend mit Manfred Heinfeldner oder die Wiederbelebung von Thorsten Neumanns Reihe „Feldarbeit“. Das ist den beiden wichtig: „Wir wünschen uns unterschiedliche Kulturtreiber*, die das Programm der Galerie ergänzen und erweitern – denn mehr ist mehr!“
Gerade für Nachwuchskünstler*innen, die größere Räumlichkeiten nicht füllen können, könnte das eine Startrampe sein. Dahme sieht den KULTUR KIOSK als kleinen Kultur-Satelliten, der alte Hasen mit Nachwuchs zusammenbringt, als Ort an dem sich Menschen begegnen, die im Alltag nicht auf einander treffen, um verschiedene Kulturkonsumenten und Akteur*innen zu verkuppeln.
Last but not least bietet sich der KULTUR KIOSK als Treffpunkt für engagierte Bürger*innen aus dem Stadtteil an, die Lust haben, sich regelmäßig über das Quartier auszutauschen und auch Konzepte für die Nachbarschaft entwickeln möchten. „Da sind wir total offen. Wir haben schon unsere Fühler ausgestreckt und Bekanntschaft mit Nachbar*innen gemacht.“ Auch mit dem Orgateam der IBA27 stehen sie bereits in Kontakt, genauso wie mit dem Verein Leonhardsvorstadt. „Wir wünschen uns, dass der Kultur Kiosk zur Keimzelle neuer Ideen für den Stadtbezirk wird und die Bürgerinitiative unterstützt.“
KULTUR KIOSK, Lazarettstraße 5, Stuttgart-Mitte
Ab 30.Juli Fr – So 10:00 – 22:00Uhr
Text: Kathrin Stärk