09/06/2026
Keine Ahnung, wie ich "Captain Power and the soldiers of the future" bei Prime Video gefunden habe, aber gesucht habe ich danach nicht. Ich wusste nicht mal, dass es diese Serie gibt.
Erster Gedanke: ein amerikanischer Versuch die "Power Rangers" auf US-Art nachzuahmen. Aber: ein wenig Recherche hat ergeben, diese Produktion entstand schon sechs Jahre vor der japanischen Serie!
Optisch erinnert hier erstmal einiges an die mittlerweile 30 Staffeln umfassenden "Power Rangers", seien es die Kostüme und Spandex-Anzüge, oder das man auch hier gerne mal in Sandkuhlen und Steinbrüchen kämpft, weil es ein günstiges Setting darstellt.
Erfolg war ihr nicht vergönnt: nach 22 Folgen, bzw. einer Staffel, war Schluss, weil man sein Publikum einfach nicht finden konnte. Inhaltlich wollte man Erwachsene und Kinder gleichermaßen ansprechen, was beides nicht funktioniert hat. S*x, Beziehungen und Action wären vielleicht für ältere Zuschauer interessant gewesen, allerdings lief die Serie früh morgens im Kinderprogramm. Und für die Kids war die postapokalyptische Serie viel zu düster und gewaltvoll. Da halfen auch die typischen Actionfiguren nicht, die man auf den Markt brachte, zusammen mit interaktivem Spielzeug, das sogar während der Sendung interagieren sollte, bspw. bei Kampfszenen.
Die hatte man vollständig am Computer generiert und animiert, und man muß wohl niemandem erklären, dass das im Jahr 1987 keine gute Idee war, erst recht nicht, wenn man dafür eigentlich kein Geld hat. Umso verheerender sehen diese Szenen aus heutiger Sicht aus - die man immer und immer wieder genutzt hat.
Doch bei was überhaupt? Nun, die Storyline:
Maschinen haben sich Mitte des 22. Jahrhunderts gegen die Menschen erhoben, was in den Metal Wars endete. Die Menschheit war unterlegen, die Maschinen dominieren. Captain Power und seine (stereotypischen) Vasallen kämpfen als Guerillas aber weiter...
Tatsächlich hatte man sich eine komplette Lore ausgedacht, und bereits den Weg geebnet für große Handlungsstränge, die in späteren Staffeln stattfinden sollten. Naja.
An diesem Konzept hielt einer der Beteiligten fest, als er seine eigene Serie schuf: J. Michael Straczynski, der später für "Babylon 5" ebenfalls eine tiefgründige Lore erdachte, und seine Weltraumschlachten auch komplett per CGI schuf. Unterstützt wurde er dabei von Douglas Netter, der hier auch schon als Produzent an Bord war, ebenso wie Marc Scott Zicree, der neben "Babylon 5" auch an "Star Trek" arbeitete. Co-Schöpfer Gary Goddard inszenierte direkt nach "Captain Power" den ersten "Masters of the universe"-Film.
Muß man die Serie nun gesehen haben? Definitiv nicht. Aber sie ist ein wunderbares Stück cringe TV-Unterhaltung der 80er, und wenn ihr bis hierhin gelesen habt, seit ihr vielleicht auch daran interessiert, und könnt ruhig mal einschalten. ⭐⭐