29/04/2020
📩 Offener Brief an Dr. Markus Söder 📩
Gerne teilen & Verbreiten, verschickt am 23.04.2020!
Unterstützung von Volksfestbedienungen und Kellnern
"Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Söder,
seit Jahrzehnten ist die Festwirtsfamilie Stiftl mit der Stiftl Unternehmensgruppe und seinen unterschiedlichsten Gastronomiebetrieben auf den verschiedensten Volksfesten und dem Münchner Oktoberfest tätig.
Dabei beschäftigen wir als Familienunternehmen je nach Festgröße zwischen 50 und 100 Bedienungen, Kellner, Köche und Mitarbeiter.
Diese Mitarbeiter sind maßgeblich daran beteiligt, die Herzlichkeit der bayerischen Gastronomie sowie das bayerische Lebensgefühl an den Gast zu bringen und ein reibungsloses, fröhliches und vor allem gemütliches Fest zu ermöglichen. Ohne diese Menschen, die sich für unsere Tradition engagieren, wäre ein Festzeltbetrieb kaum möglich und durchführbar.
Um diese Menschen zu stützen und ihnen eine Perspektive zu geben, darum geht es uns!
Sie bringen (teilweise seit Jahrzehnten) in sehr harter, schweißtreibender Arbeit, eine
frische Maß und herzhafte Schmankerl an die Tische, schenken den Gästen stets ein Lächeln
und haben immer ein offenes Ohr, bereiten frische Speisen zu, spülen Krüge und Teller. Ja man kann sagen, diese Mitarbeiter„leben“ bayerische Tradition und Gastlichkeit. All diese Arbeitnehmer verdienen es, von den Regierungsverantwortlichen wahrgenommen zu werden.
Durch die Corona Pandemie bleibt diesen Menschen nicht mehr viel, um leben zu können.
Wir als Gastronomiebetriebe sind durch die aktuelle Krisensituation extremst gebeutelt und in Mitleidenschaft gezogen. So auch unser Unternehmen. Dabei sind wir über die Jahre unserer unternehmerischer Verantwortung nachgekommen und haben uns gastronomisch breit aufgestellt, um krisensicherer zu sein. Aber durch Corona ist alles anders!
Fast alle dieser fleißigen Menschen haben ihren Arbeits- und Lebensrhythmus auf die Volksfest-Saison zugeschnitten, arbeiten dabei meist mit befristeten Arbeitsverträgen bei unterschiedlichsten Festzeltbetreibern. Durch die Absage der Volksfestsaison sind alle diese Arbeitsverträge hinfällig bzw. nicht gültig.
Nicht wenige, der extrem belastbaren und flexiblen Arbeitnehmer sind eigentlich dringend auf diese Beschäftigung angewiesen. Durch die branchenüblichen, befristen Arbeitsverträge, der Vergütungsstruktur auf Umsatzbasis plus Trinkgeld besteht keinerlei Anspruch auf Kurzarbeitergeld, bei sehr vielen nicht einmal auf Arbeitslosengeld.
Dadurch sind viele von ihnen verzweifelt und angesichts der Perspektive, dass vielleicht nur Hartz IV für sie greift, erschüttert!
Hart arbeitende Menschen wie dieses spezialisierte Arbeitnehmerklientel haben es verdient, von der bayerischen Staatsregierung unterstützt zu werden.
Nicht nur wir als Gastronomen machen uns große Sorgen und haben Existenzängste, auch die Mitarbeiter die uns seit Jahrzehnten immer wieder begleiten!!!
Unsere Bitte richtet sich dahingehend an sie, alle möglichen Eventualitäten auszuloten, ob und wie man Bedienungen und Kellnern staatliche Hilfen und Unterstützungen zukommen lassen könnte, ähnlich wie bei freischaffenden Künstler.
mit freundlichen Grüßen
Lorenz Stiftl
Festwirt und Geschäftsführer"