11/09/2026
Stadtgeflüster No. 34:Der Neuwieder Zweirad-Blues
Verehrte Leserschaft,
wir müssen mal ganz leise tuscheln: Solange wir hier noch frei unsere Meinung sagen dürfen und die Meinungsfreiheit offiziell noch nicht wegrationalisiert wurde, gibt es wieder brandneues Geheimwissen aus Neuwied. Serviert mit dem üblichen Klatsch, Tratsch und einer kleinen Portion Augenzwinkern.
Man munkelt ja übrigens, dass neulich irgendwelche Landtagswahlen stattgefunden haben. Aber pssst, wer wo sein Kreuzchen gemacht hat, ist uns hier völlig egal. Wir wollen ja nicht politisch werden. Schließlich haben wir in Neuwied viel existenziellere Probleme. Die wahren, epischen Überlebenskämpfe des Lebens fechten wir nämlich täglich im Straßenverkehr aus.
Nehmen wir zum Beispiel das Schicksal der Fahrradfahrer. Du hast es echt nicht leicht in dieser Stadt. Da willst du nur heldenhaft etwas für deine Gesundheit tun, ganz ökofreundlich die Umwelt retten und nebenbei dein geplagtes Portemonnaie vor den Spritpreisen schützen. Und was kriegst du dafür? Die geballte Liebe deiner Mitmenschen. Nicht!!!!
Wenn du dich als Radler auf die Straße wagst, bricht bei den Autofahrern beim bloßen Anblick deines Helms anscheinend ein akutes, unheilbares Tourette-Syndrom aus. Es wird geflucht, gehupt und wild gestikuliert, als wärst du die personifizierte Pest auf zwei Rädern. Fliehst du dann völlig verängstigt auf den Gehweg, wirst du sofort von den Fußgängern wüst beschimpft. Zur Belohnung wirst du dann auch noch per Schild direkt aus der Innenstadt verbannt. Großartig.
Und das absolute Geheimnis gelungener Stadtplanung? Die Schlossstraße! Die neuen Fahrradwege dort sind ein echtes Spektakel für die Lachmuskeln. Eigentlich hübsch aufgezeichnet und exklusiv für Zweiräder gedacht, wurden sie von den Autofahrern kurzerhand und super pragmatisch als neue Luxus-Parkplätze annektiert. Wer braucht schon freie Fahrt für Öko-Aktivisten, wenn das eigene Auto dort so wunderbar den Weg versperren kann? Man hat es eben einfach nicht leicht als moderner Verkehrsteilnehmer.
Bevor du jetzt aber vor lauter Frust deinen Lenker in den Rhein wirfst, habe ich einen brandheißen Tipp für dich: Lass den städtischen Irrsinn einfach hinter dir. Mach eine schöne Radtour entlang des Rheins, fahr ein Stück hoch und genieße die himmlische Ruhe und die Aussicht. Da oben schimpft dich wenigstens niemand aus.
Und falls du kein eigenes E-Bike im Keller stehen hast, faule Ausreden zählen nicht! Das food hotel hat ganz bestimmt welche parat. Und jetzt das nächste Gerücht, das ich exklusiv für dich aufgedeckt habe: Die Dinger sind keineswegs nur für Hotelgäste reserviert. Ja, auch wir Neuwieder dürfen uns dort ganz offiziell elektrischen Rückenwind leihen, ohne dass uns jemand schief anguckt.
Und der beste Teil meines Plans: Wenn du das Rad nach der Tour völlig ausgepowert und mit brennenden Waden zurückbringst, machst du einfach einen kleinen Abstecher in die Bar „bildungslücke “. Ein kühles Getränk zur Nervenberuhigung nach diesem alltäglichen Neuwieder Überlebenskampf hast du dir schließlich mehr als verdient.
Was hältst du von der Idee?
Ein riesiges Dankeschön fürs Lesen! Wenn dir dieser Ausflug in den Neuwieder Schilderwald gefallen hat, dann lass gerne ein Like da, teile den Beitrag mit deinen leidgeprüften Radler-Freunden (oder den Autofahrern deines Vertrauens) und erzähl es weiter. Bis zum nächsten Stadtgeflüster! Merci 🙏