Hier sind wir FLAUCHERANER. Bereits im Mittelalter wurde an der Stelle des heutigen Flaucherwehrs Wasser aus der Isar in die Münchner Stadtbäche ausgeleitet. Bis etwa 1870 war der Flaucher jedoch weder unter diesem Namen bekannt, noch spielte er als Ort eine besondere Rolle im Bewusstsein der Münchner Bevölkerung. Er war einfach ein Teil der wegen der häufigen Überschwemmungen landwirtschaftlich n
icht nutzbaren und daher ziemlich ursprünglichen Auenlandschaft der Isar südlich und damals noch außerhalb der Stadt beim Dorf Thalkirchen. Erst mit dem Beginn der Isar-Regulierungen ab 1839 und der mit der Industrialisierung einsetzenden Ausdehnung der besiedelten Gebiete wurde auch der Fluss ein Naturelement in der Stadt zum Nutzen und zur Erholung der Bürger. Im Stadtgebiet von München vermittelt der Flaucher noch am ehesten einen Eindruck des einstigen Wildflusscharakters der Isar, da er mit seinen Flussrinnen und dazwischengelagerten ausgedehnten Kiesbänken und der Weichholzaue relativ naturnah ist. Aufgrund der hohen Bedeutung für den Naturschutz wurden die südlichen wie die nördlichen Isarauen als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet Nr. 7537-301) für den europäischen Biotopverbund an die Europäische Union gemeldet und genießen hierdurch einen besonderen Schutz. Der Flaucher bietet einer Vielzahl von Tier und Pflanzenarten einen einzigartigen Lebensraum innerhalb der Stadtgrenzen. Zur erwähnenswerten Flora gehören unter anderen Bachbunge und Waldreben, die Fauna ist im Bereich der Insekten neben zahlreichen anderen Arten durch verschiedene Köcherfliegen und Wasserkäfer vertreten, im Wasser leben außerdem Flusskrebse und zahlreiche Fischarten wie Aitel, Äsche, Bachforelle, Barbe, Hecht, Koppe, Nase, Regenbogenforelle und weitere. Auch eine Menge verschiedener Vogelarten bewohnt den Flaucher, darunter eher gewöhnliche wie bastardisierte Stockente, Blässhuhn und verschiedene Möwen, aber auch seltene und geschützte wie die Singdrossel oder der Eisvogel. Ein Interessenkonflikt besteht daher zwischen dem Naturschutz einerseits und der Nutzung als Naherholungsgebiet für tausende Städter andererseits.