06/10/2026
🎊26.Oktober 2026🎊
Scharfer Witz. Ein Stelldichein der Kabarett-Prominenz: Vom 25. Oktober bis 1. November findet die 36. Leipziger Lachmesse statt. Künstler wie Max Uthoff, Mathias Tretter oder Michael Krebs treffen auf die Ensembles der Messe-Stadt. Mit ihrem ersten Solo-Programm dabei ist auch Hannah Blank, Jahrgang 1996 und geboren in Stendal, die zum Kabarett academixer-Team gehört. Im Interview spricht sie über „Casa Blanka“
Nach Ihrer Schauspiel-Ausbildung ging es zügig als festes Mitglied ins Ensemble der „academixer”. Wollten Sie nicht Teil des kreativen Proletariats werden?
Ich freue mich, dass das Vorsprechen damals zu meinen Gunsten ausgefallen ist. Obwohl Kabarett bei manchen Leuten auf der Schauspiel-Schule als Kleinkunstgewerbe recht verpönt war. Ich bin froh, dass die „academixer“ mich damals engagiert haben. Das ist für junge Schauspieler nicht die Regel.
Wie begründet sich dieses „Verpönt-Sein”?
Ach, man denkt oft ans Renommee des Hauses. Und so automatisch an die großen Schauspiel-Häuser - vor allem in der älteren Generation.
Die „academixer” haben ein großes Renommee.
Ja, kann man so sagen!
Mathias Tretter hat den Text für „Casa Blanka“ geschrieben. Haben Sie Mitspracherecht?
Definitiv. Mein Programm ist sehr persönlich, es handelt von Problemen, die mir selbst begegnet sind, beinhaltet unter anderem Zitate von meiner lieben Omi. Mathias hat dafür Worte gefunden, die er natürlich mit mir abgesprochen hat. Es ist also eine ausbalancierte Zusammenarbeit.
Worum geht es?
Ich habe einige sehr ermüdende Wohnungssuchen hinter mir. Wer Eigentum hat, darf auch bestimmen, wer reingelassen wird und wer nicht. In „Casa Blanka“ lebt die Protagonistin Blanka Hahn mit ihrer Oma deshalb zunächst in einer Wohngemeinschaft.
Ein Konflikt der Generationen?
Es ist mehr als das: Es geht um Situationen, in denen sehr unterschiedliche Charaktere miteinander auskommen müssen, Generation ist dabei nur zweitrangig. Wir erzählen mit scharfem Witz, großer Spielfreude und viel Herz von Wohnungsnot, Familienbanden und dem verzweifelten Wunsch nach einem eigenen Leben. Eine turbulente Odyssee zwischen Interessenkonflikten, Alltagswahnsinn und der Frage, wie viel Heimat man eigentlich aushält.
Was machen Sie, wenn Sie merken, dass ein Witz nicht zündet?
Garantien, dass es zündet, gibt es nicht. Das Publikum ist nie gleich, jede Vorstellung ist anders. Ich kann nur mehr Energie geben, versuchen, den nächsten Abschnitt schmackhafter zu machen. Manchmal gibt es auch sehr ruhige Vorstellungen – und die Leute kommen danach trotzdem zu mir und schwärmen, wie toll es war. Wenn ein Witz nie zündet, muss ich mit dem Regisseur überlegen, woran es liegt.
Hannah Blank „Casa Blanka“, Premiere am 26. Oktober um 19.30 Uhr bei den academixern, alle Termine: www.lachmesse.de
Text: Mathias Schulze Bild: Enrico Meyer
BU: Witz, Spielfreude, Herz: Hannah Blank stellt ihr erstes Solo-Programm vor.