18/05/2026
16mm StummFilmKino: „SUNRISE. A Song of two Humans – F.W. Murnau“, 1926/1927 am Mittwoch, 20.05.2026 im Café Wagner (Wagnergasse 26), präsentiert vom UniversitätsFilmClub (UFC) Jena
Liveprojektion mit 16mm-Projektor, der Film wird begleitet von Richard Siedhoff am Klavier
Einlass: 19:30
Beginn: 20:00
Eintritt: FLeX 5-10€
Sprache der Zwischentitel: Englisch
SUNRISE. Song of two Humans, USA 1926/27, ca. 95 min.
Regie: F. W. Murnau, Buch: Carl Mayer, nach Hermann Sudermanns Kurzgeschichte "Die Reise nach Tilsit", Kamera: Charles Rosher, Karl Struss, Schnitt: Harold D. Schuster
mit Janes Gaynor, George O'Brien, Margaret Livingston, Bodil Rosing, J. Farrell MacDonald, Arthur Housman, Eddie Boland
Murnaus erster Film in Hollywood erhielt 1929 prompt drei Oscars (Bester Film, Beste Kamera, Beste Hauptdarstellerin). Trotz bester Kritiken war das Meisterwerk jedoch kein Publikumserfolg, doch heute ist der Titel inzwischen unter den Top 10 der besten Filme aller Zeiten zu finden. In eindringlichen Bildern, grandiosen Plansequenzen im düsteren Moor (eine kongeniale Weiterent-wicklung der "Entfesselten Kamera" aus Murnaus „Der letzte Mann“ von 1924) erzählt der Film die Wieder-Annährung zweier Liebenden in stringentester Erzählkunst fast ohne Zwischentitel. Den emotionaler Spannungsbogen von der dunklen ersten bis zur strahlenden letzten Minute webte das Drehbuchgenie Carl Mayer unter Verwendung einer simplen Kurzgeschichte von Hermann Sudermann aus den einfachen Bauernmilieu Ostpreußens. Der Bogen führt optisch vom ländlichen Kurischen Haff zum Potsdamer Platz und zurück. Freilich keine realistische Reise, aber der ganze, höchst europäische Stoff dürfte in Amerika generell wie ein Bilderbuch aus einer fremden Welt gewirkt haben.
Während eines Urlaubs auf dem Land beginnt eine Städterin eine Affäre mit einem jungen Bauern. Sie drängt den Mann, sich ihm hinzugeben. Seinen Hof soll er verkaufen und seine Frau ertränken. Während eines Bootsausflugs will er den Mordplan verwirklichen. Doch es kommt anders: Er kann es nicht übers Herz bringen und seine zarte Frau flüchtet aus dem Boot vor ihrem Mann, der end-lich erkennt, was er um ein Haar angerichtet hätte. ....