20/03/2026
Es gibt Nachrichten, bei denen es schwer fällt, den richtigen Anfang zu finden. Oder generell die passenden Worte. Worte können aktuell dem, was wirklich Phase ist, nicht gerecht werden. Aber hier ist mein Versuch für euch:
28 Jahre. Das ist eine sehr lange Zeit - in der Gastronomie, für eine Gemeinschaft und auch im Leben eines einzelnen Menschen.
So entstand über all die Jahre ein gewachsener Organismus aus verschiedensten Persönlichkeiten, die eine Gemeinsamkeit hatten: Den Raum, den sie belebten, die Musik, die sie hörten und das, was sie in diesem Moment zusammen fühlten.
Ich bin mir bewusst, dass das Big Mouth für manche mehr als nur eine Kneipe war. Es war mitunter auch zweites Wohnzimmer oder sogar ein Familienersatz. Und auch ein gesellschaftliches Statement. Ein Statement, das genau in Zeiten wie diesen fehlen wird.
Das Big Mouth wird bald Geschichte sein, am 29. März 2026 öffnen wir zum letzten Mal.
Jede Spekulation oder jede Begründung für das Ende, die ihr hören werdet, welche kürzer ist als eine halbe Stunde, ist unzureichend, indifferent und am Ende falsch.
Es ist das Ergebnis einer immer wiederkehrenden Abwägung, die eigentlich seit 28 Jahren regelmäßig stattfand. Über das, was man ist und über das, was man für einen Raum geschaffen hat. Demgegenüber standen und stehen allerdings immer auch persönliche Nachteile.
Es ist die bisher schwerste Entscheidung in meinem Leben: Ein zermürbendes Abwägen zwischen Vernunft und Herz - weil ich sehr wohl weiß, was verloren geht.
Wenn etwas stirbt, gibt es nie einen passenden Zeitpunkt. Es wird immer Menschen geben, die die meiste Zeit noch vor sich gehabt hätten und diejenigen, die in einem getrübten glorifizierenden Blick zurückgucken.
Es war meistens zumindest eine schöne und spannende Zeit, ja wirklich, auch wenn man es mir oft nicht angesehen hat.
Biografien wurden geprägt und Menschen hinterließen Spuren. Aus dieser langen Zeit bleibt vor allem eins: Wie viele Menschen ich kennenlernen durfte, woraus auch Freundschaften und Beziehungen entstanden sind, welche ich nicht missen möchte.
Trotz allem bleibt zu hoffen, dass wir uns immer noch begegnen - dann halt in einem anderen Umfeld.
Danke für euer Verständnis und all die gemeinsamen Stunden,
Stefan
P.S.: Eine Bitte, es sind noch Beträge im Tigerenten-Buch offen. Fragt mal nach, ob ihr auch noch drinsteht und wir werden euch natürlich auch freundlich darauf hinweisen.