05/09/2026
Tannin ist der Stoff, der den Mund pelzig macht. Es sitzt in Schalen, Kernen und im Holzfass und hat eine Eigenschaft, die am Grill Gold wert ist: Tannine reagieren mit Proteinen. Deshalb wirkt ein kräftiger Roter zu einem saftigen Steak oft deutlich weicher als solo. Das Fleisch nimmt dem Wein seine Kanten, der Wein hält beim Fleisch dagegen. 🥩
Bei leichteren Sachen wie Fisch, Gemüse oder Geflügel kann kräftiges Tannin dagegen schnell zu viel sein. Hier übernimmt die Säure: Sie räumt Öl, Marinade und Röstaromen aus dem Weg, damit der nächste Bissen wieder frisch schmeckt. Deshalb macht ein Chardonnay mit lebendiger Säure am Rost oft eine bessere Figur als ein schwerer Roter. 🍋
Bleibt der Holzkohlerauch, und der ist der eigentliche Härtetest. Er legt sich über alles und schluckt feine Aromen weg. Weine mit klarer, direkter Frucht setzen sich durch, filigrane Diven gehen unter. Faustregel: Fettiges Fleisch mag Tannin, leichtere Grillgerichte mögen Säure, Rauchiges mag Frucht. 🌿