11/06/2017
Hört hört!
Das Außerhalb ist tot!
Es lebe das Außerhalb!
In Herz und Erinnerung auf ewig. Doch Kollektiv und Projekt sind mit sofortiger Wirkung endgültig aufgelöst.
Endlich gibt es eine Fläche für den Sommer!
Anderswo!
???
Halt Stopp. Von Vorne. Es ist an der Zeit Neues zu verkünden: Viel zu lange habt ihr nichts von uns gehört. Eine ganze Menge ist seitdem geschehen. Zeit ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Nicht alle Neuigkeiten sind angenehmer Art aber wer bis zum Ende liest, wird das Happy End finden.
Zu aller erst einmal: Danke! Für den beeindruckenden, schönen und umfangreichen Support den dieses Projekt in allen Facetten (zuletzt in Form der Crowdfunding Kampagne) von euch allen erfahren hat! Die Aktion war ein Erfolg. Unser Anliegen hat viel Gehör gefunden. Ihr habt deutlich gemacht wie viele wir sind, wie viele Menschen Bock auf unabhängige kulturelle Freiräume haben. Laut sh*tbook haben wir mit dem Aufruf 150.000 Menschen erreicht! Schöner aber noch, wichtiger für uns die vielen unterstützenden Worte und Beiträge. Ein wichtiger und dringend benötigter Wind im Rücken bei dieser Odyssee.
Denn die gesamte Wanderung vom Winter letzten Jahres bis hier hin war steinig und wir hatten und haben ständig mit enormen Widerständen zu kämpfen. Zum Zeitpunkt des Kampagnenstarts hatten wir trotz monatelanger Suche und fast 30 konkreten Anfragen noch keinen Ort gefunden für ein neues Sommerprojekt. Und das obwohl mehrere Menschen aus unserem Kollektiv fast in Vollzeit die Flächensuche vorangetrieben, Gespräche geführt und für unser Projekt geworben haben. In unserem Empfinden wurde hier ein großer Missstand in Bremens lokaler Kulturpolitik deutlich! (Wenngleich es Ausnahmen gibt wie die ZwischenZeitZentrale Bremen, Miriam Strunge, Kai Wargalla, Elombo Bolayela Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft & in den Behörden Tom Lecke Lopatta und Jan Casper-Damberg) Und dieser Missstand betrifft Dutzende Projekte in Bremen und weit über Bremen hinaus! Der Mangel an Raum und Unterstützung für unabhängige Kultur ist ein wiederkehrendes Phänomen in der ganzen Republik wie sämtliche befreundete Kollektive zu berichten wissen. Kultur benötigt mehr Freiraum!!
Eigentlich sollte das neue Kleinod schon Anfang letzten Monats eröffnen, doch die Realität sieht leider anders aus. Dieser nervenzerreibende Ortsuche- und Ortgenehmigungsprozess ist an uns und unserem Kollektiv nicht spurlos vorbeigegangen. Anstatt gemeinsam gestalten zu können drehten wir uns monatelang im Kreis. Monate in denen wir unter dem Frust und Druck der erfolglosen Suche eine intensive Auseinandersetzung mit unserer eigenen Gruppenstruktur vollzogen haben. Dabei mussten wir feststellen, dass es so nicht weitergehen kann. Unsere Ansprüche an eine solidarische Kollektivstruktur und ein achtsames Miteinander deckten sich nicht mit der Wirklichkeit. Damit fehlte uns die Grundlage für ein erfolgreiches Sommerprojekt. Schlussendlich haben wir vor zwei Wochen einstimmig das Außerhalb-Kollektiv aufgelöst. Das war für uns alle ein trauriger und bitterer Moment und zugleich die Chance etwas hinter uns zulassen. Mit einem Projekt abzuschließen und neuen Ideen Platz zu geben.
Schließlich solls das nicht gewesen sein. Einige der vielen unterschiedlichen Menschen, die das Projekt Außerhalb realisiert haben, werden wieder Neues erschaffen und gestalten.
Unter anderem gab es Individuen die trotz Auflösung des Kollektivs nicht die Hoffnung aufgeben wollten, sodass sie die Flächensuche weiter voran trieben. Mit Erfolg. Durch Hartnäckigkeit erhielt eine alte Anfrage neue Beachtung und prompt wurde eine Fläche angeboten. Ein riesiges, brachliegendes Grundstück in der Neustadt in der Nähe des Flughafens. Eine neue bunte Truppe inklusive einiger alter AußerhalberInnen - geeint in der Vision, auf dieser Fläche etwas entstehen zu lassen - will aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernen und einen neuen besonderen Ort erschaffen.
Seit Mittwoch gut es dafür ENDLICH eine wasserdichte Zusage. Die Lust endlich loszulegen ist groß! Die Hummeln im Arsch wild!
Welche spannenden Projekte Ehemalige des Außerhalb-Kollektivs sonst starten werden ist noch unbekannt. Aber wenn es soweit ist teilen wirs euch hier mit.
Eine Frage noch, was passiert nun mit dem Geld von der Kampagne? Wir haben uns im Außerhalb-Kollektiv darüber den Kopf zerbrochen und schlussendlich entschieden, dass wir diese Entscheidung gar nicht treffen können. Das tun die Menschen die das Projekt „Außerhalb 2.0“ unterstützt haben. Sie befragen wir nun via Startnext, ob ihre Unterstützung auch für das „Anderswo“ gilt. So soll der neue Ort heißen, der ab dieser Woche gemeinsam erschaffen und belebt wird.
Will sagen: Trotz alledem, trotzt all dem! Das war ein Leitspruch mit dem wir sozialisiert wurden und wir nehmen ihn uns zu Herzen jede_r auf seine/ihre Weise. Und ihr hoffentlich auch!
Resist to exist!
Wir sehen uns,
Anderswo!