21/05/2025
Sie erhielt den Namen Phillis nach dem Schiff, das sie aus ihrer Heimat brachte, und den Nachnamen Wheatley nach dem Kaufmann, der sie gekauft hatte. Sie wurde im heutigen Senegal geboren. In Boston wurde sie von Sklavenhändlern zum Verkauf angeboten:
„Sie ist sieben Jahre alt! Sie wird ein gutes Zuchtweibchen!“
Viele Hände betatschten und verspotteten sie.
Bereits mit dreizehn Jahren schrieb sie Gedichte – in einer Sprache, die nicht ihre eigene war. Niemand glaubte, dass sie wirklich die Autorin war. Mit zwanzig Jahren wurde Phillis von einem Gremium aus achtzehn angesehenen Herren in Perücken und Anzügen verhört.
Sie musste Passagen aus Vergil und Milton rezitieren sowie aus der Bibel, und sie musste schwören, dass ihre Gedichte nicht abgeschrieben waren. Auf einem Stuhl sitzend überstand sie das lange Verhör – bis das Gremium sie schließlich anerkannte: Sie war eine Frau, sie war schwarz, sie war eine Sklavin – doch sie war Dichterin.
Phillis Wheatley war die erste afroamerikanische Autorin, die in den USA ein Buch veröffentlichte.