Juli 2011 wird der Kreisverkehr Muldenstrasse, über der Linzer Mühlkreisautobahn zum Austragungsort eines temporären Kulturfestivals. Der Kreisverkehr, als Verbindungsglied zwischen dem neu errichteten Landschaftspark und der darunter liegenden Mühlkreisautobahn, ist der zentrale Knotenpunkt des Viertels. Dabei überlagern sich unterschiedliche Geschwindigkeiten und manifestieren sich in einem Monu
mentalbauwerk für den Verkehr. DÉJÀ-VU hat KünstlerInnen und Kulturinitiativen eingeladen, für die Zeit des Festivals die Verkehrsinsel als räumliches Zentrum zu begreifen und mit Ihren Bespielungen neue Perspektiven zu eröffnen. Ideen und Konzepte zu den Themen öffentlicher Raum und Insel, Kultobjekt Auto und Mobilität, Kreislauf und Recycling werden im Kreis erprobt. Die Errichtung von Kreisverkehren, ist ein beliebtes Rezept, um den Verkehr im Fluss zu halten. In einer kritischen Betrachtung wird aber auch deutlich, welche Freiheiten durch die gesteigerte Mobilität wieder genommen werden. Dennoch wollen wir mobil sein. Das Auto ist immer noch eine Metapher für Autonomie und Freiheit. Diesem Kultobjekt des 20. Jahrhunderts, das nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern Statussymbol und Spielzeug ist, wird in verschiedenen Workshops, Wettkämpfen und Performances gehuldigt. Durch ihre Abgeschlossenheit und Abgegrenztheit ist die Mittelfläche des Kreisverkehrs eine Insel im urbanen Raum. Die Insel erzählt sowohl vom utopischen Traum wie auch vom unromantischen Gegenteil, dem sozialen Ausnahmezustand. Konzepte der Selbstversorgung und Do-it-yourself-Gärtnerei halten in der letzten Zeit in urbanen Gesellschaften Einzug, denn natürliche Kreisläufe und Recycling stellen gerade in Städten kost- bare Ressourcen dar. Bei DÉJÀ-VU zeigen uns Ökopioniere, wie die Lebensqualität in der Stadt durch ungewöhnliche Ideen verbessert werden kann. DÉJÀ-VU ist ein »Schauplatz« der den Blick auf Vorhandenes lenkt und neue, ungewohnte Sichtweisen ermöglicht. BewohnerInnen der umgebenden Stadtteile sind die lokalen ExpertInnen und GesprächspartnerInnen wenn die Leerstelle in der Mitte des Landschaftsparks für einige Zeit zum Zentrum, und zur öffentlichen Diskussion wird.
Überqueren Sie die Brücke zur Mitte des Platzes und ... finden Sie sich woanders wieder. DÉJÀ-VU weckt Erinnerungen: Kunst und Musik im Freien, ein Ort, der AnrainerInnen und BesucherInnen von überall her anzieht, einlädt zu bleiben und wiederzukommen. Ein vielfältiges Programm mit lokalen und internationalen KünstlerInnen sowie Kulturinitiativen lässt die Verkehrsinsel für 17 Tage zur kreisrunden Arena für künstlerische Interaktionen werden. Mitten im idyllischen Landschaftspark, zwischen den beiden Stadtteilen Bindermichl und Spallerhof, umkreist von Fussgängerrampen und von allen Seiten einsehbar, bietet sich der Kreisverkehr als öffentliche Bühne an. Über eine eine temporäre Gerüstbrücke gelangt man auf die grüne Insel, auf der eine modulare Architektur aus 4000 Getränkekisten eine wechselnde Kulisse für das tägliche Programm bildet. Veranstaltungen aus Mode, Essen, Sport, Tanz, Musik, Markt, Kunst, Theater und Spiel machen DÉJÀ-VU zu einem kommunikativen Zentrum auf Zeit.