12/08/2026
Zwei Himmelsspektakel in einer Nacht: Am Bodensee lohnt sich der Blick nach oben
Es gibt diese Sommernächte am Bodensee, in denen man eigentlich gar nicht viel braucht. Eine Decke, einen möglichst dunklen Platz und vor allem etwas Geduld. Am Mittwoch, 12. August, könnte sich genau das besonders lohnen. Denn innerhalb weniger Stunden treffen zwei der schönsten Himmelsereignisse dieses Sommers zusammen: eine große partielle Sonnenfinsternis und das Maximum der Perseiden.
Auch wir haben es im vergangenen Jahr versucht. Wir lagen oben am Pfänderrücken im Gras, den Blick in den Himmel gerichtet und warteten auf Sternschnuppen. Ein wunderbarer Sommerabend war es trotzdem. Nur eines wissen wir inzwischen: Wir waren schlicht etwas zu früh dran.
Denn bei den Perseiden heißt die wichtigste Zutat Geduld.
Zuerst verschwindet ein großer Teil der Sonne
Das Himmelsschauspiel beginnt bereits am frühen Abend. Am Bodensee setzt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19:24 Uhr ein. Ihr Maximum wird gegen 20:17 Uhr erreicht. Dann sind in unserer Region rund 90 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche bedeckt.
Das Problem und zugleich der besondere Reiz: Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt schon sehr tief. Wer die Finsternis sehen möchte, sollte deshalb einen Platz mit wirklich freier Sicht nach Westen suchen. Ein Hügel, ein Baum oder eine Bergflanke am Horizont kann ausreichen, um das Schauspiel vorzeitig zu beenden.
Und bitte unbedingt daran denken: Nur mit einer geeigneten Sonnenfinsternisbrille in die Sonne schauen. Eine normale Sonnenbrille reicht nicht aus.
Danach heißt es warten
Ist die Sonne untergegangen, beginnt der zweite Teil der Nacht. Die Perseiden sind zwar schon seit Mitte Juli unterwegs, doch in der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen sie ihren Höhepunkt.
Unter idealen Bedingungen sind rechnerisch bis zu rund 100 Meteore pro Stunde möglich. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir tatsächlich jede Minute ein oder zwei Sternschnuppen sehen werden. Diese Zahl ist eine standardisierte astronomische Rate unter optimalen Bedingungen. In der Realität sind es meist deutlich weniger.
Dafür sind die Voraussetzungen 2026 ausgesprochen gut: Es ist Neumond. Kein heller Mond stört die Beobachtung und überstrahlt die schwächeren Meteore.
Und hier kommt unsere Erfahrung vom vergangenen Jahr ins Spiel: Nicht zu früh aufgeben.
Bereits am späten Abend können Perseiden auftauchen. Die besseren Bedingungen gibt es jedoch in der zweiten Nachthälfte. Das eigentliche Maximum wird am 13. August etwa zwischen 4 und 6 Uhr morgens unserer Zeit erwartet. Gleichzeitig steht der Radiant, also jener Punkt, aus dessen Richtung die Perseiden scheinbar kommen, im Laufe der Nacht immer höher.
Wer nicht bis zum Morgengrauen durchhalten möchte, sollte deshalb wenigstens bis deutlich nach Mitternacht bleiben.
Wo sieht man am Bodensee am meisten?
Für Sternschnuppen braucht es kein Teleskop und kein Fernglas. Im Gegenteil: Das bloße Auge ist das beste Instrument.
Sucht euch einen möglichst dunklen Platz abseits der hellen Uferpromenaden und Straßenbeleuchtung. Das Hinterland rund um den Bodensee bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten. Höhenlagen können besonders schön sein, sofern der Horizont frei ist.
Dann Decke oder Liegestuhl auspacken, das Smartphone möglichst weglegen und den Augen 20 bis 30 Minuten Zeit geben, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
Ihr müsst übrigens nicht starr nach Nordosten schauen. Dort liegt zwar die Richtung des Sternbildes Perseus, nach dem der Meteorstrom benannt ist. Sternschnuppen können aber über den gesamten Himmel ziehen.
Und vielleicht ist genau das der schönste Tipp: Nicht verkrampft suchen.
Einfach hinlegen und schauen.
Wir werden jedenfalls daran denken, wenn wir wieder irgendwo oben am Pfänderrücken im Gras liegen. Dieses Mal hoffentlich etwas länger als im vergangenen Jahr.
Denn manchmal braucht es für einen besonderen Bodensee-Moment eben nichts weiter als einen dunklen Himmel, eine warme Sommernacht und ein bisschen Geduld.