04/03/2026
Das Mühldorfer Schweigegelübde: Demokratie unter Kuratel
In Mühldorf am Inn wird derzeit ein politisches Schmierentheater aufgeführt, bei dem man sich fragt, ob die Regieanweisungen direkt aus einem Handbuch für angehende Autokraten stammen. Während die Stadt unter einer Materialschlacht aus Plakaten der „Unabhängigen Mühldorfer“ (UM) förmlich erstickt, herrscht dort, wo eigentlich die kritische Öffentlichkeit zu Hause sein sollte, eine beängstigende Stille.
Man muss es beim Namen nennen: Wenn Journalisten nicht mehr berichten, weil sie „mehrfach ermahnt“ wurden, dann ist das kein redaktionelles Versäumnis mehr. Es ist ein Angriff auf die Pressefreiheit im Kleinen. Dass die elf massiven Anklagepunkte eines Dr. Gafus in der lokalen Berichterstattung faktisch nicht stattfinden, ist kein Zufall, sondern offenbar das Ergebnis einer Einschüchterungstaktik. Wer die Presse gängelt, wer kritische Fragen als Majestätsbeleidigung umdeutet, der hat vor allem eines: Angst vor der Wahrheit.
Besonders perfide wird es, wenn man sich die politischen Flanken ansieht. Dass die AfD eine offizielle Wahlempfehlung für den amtierenden Bürgermeister Michael Hetzl ausspricht, ist die eine Sache. Dass darauf kein donnerndes Machtwort der Distanzierung folgt, die andere. Wer sich von rechts außen den Rücken stärken lässt, während man gleichzeitig die lokale Presse mit „Ermahnungen“ auf Kurs hält, zeichnet ein Sittenbild, das für eine bayerische Kreisstadt zutiefst beschämend ist.
Um von diesen Abgründen abzulenken, bedient sich das Umfeld der Rathausspitze einer Rhetorik, die man sonst nur aus den sozialen Netzwerken der Wutbürger kennt. Da wird gegen „links-grüne Ideologien“ und angebliche „Blockierer“ im Stadtrat geätzt. Es ist der klassische Versuch, demokratische Kontrolle als böswillige Sabotage zu diskreditieren. Wer sachliche Arbeit und kritische Nachfragen als „sinnlose Diskussion“ abtut, offenbart ein Machtverständnis, das mit dem Amt eines Bürgeisters – der eigentlich Moderator und Diener aller Bürger sein sollte – nichts mehr zu tun hat.
Es reicht eben nicht, die Stadt mit Herzen und orangenen Plakaten zu fluten, wenn dahinter ein Klima der Angst und der Informationsunterdrückung herrscht. Mühldorf ist kein Privatbesitz einer Gruppierung, die Kritik mit Empörung und die Presse mit Gängelung beantwortet.
Wenn die Wahrheit nur noch hinter verschlossenen Türen flüstert, weil sie sich vor „Ermahnungen“ fürchten muss, dann ist es höchste Zeit, dass die Bürger am Sonntag ein Zeichen setzen. Mühldorf verdient Transparenz statt Zensur und Rückgrat statt rechter Wahlempfehlungen.
Mühldorf, wach auf! Informiert eure Nachbarn, teilt diesen Beitrag. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Stadt zum Schauplatz für ein autoritäres Lehrstück wird, bei dem die Presse mundtot gemacht und Kritik weggeschrien wird.
Schäm dich, Mühldorf, wenn du jetzt schweigst!
Gd/B