08/01/2018
"Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ - die Basis für erfolgreiche Neujahrsvorsätze?
Der Beginn eines jeden neuen Jahres ist für viele Menschen geprägt durch den Versuch, die eifrig gefassten Neujahrsvorsätze umzusetzen - ein mitunter quälendes und schlussendlich zumeist gescheitertes Unterfangen! Warum aber scheitern so viele der Vorsätze, für die wir doch am Ende des Vorjahres so gute Gründe hatten?
Ein grosser Anteil daran ist sicherlich dem inneren Schweinehund geschuldet, der auch Bequemlichkeit oder Komfortzone genannt wird - diese Komfortzone, die uns einlullt und scheinbare Sicherheit vorgaukelt. Die uns daran hindert, unsere Muster und Gewohnheiten zu durchbrechen und neue spannende Wege einzuschlagen. Die uns daran hindert, Erfolgserlebnisse zu verzeichnen und zu wachsen. Diese Komfortzone, die uns recht schnell zu dem Morgen-ist-auch-noch-ein-Tag-Denken verkommen lässt...
Manches Mal trägt dazu auch bei, dass wir unseren Vorsatz nicht richtig formuliert haben. Denn oftmals beinhaltet der Vorsatz eine Nicht-Formulierung - und damit eine Formulierung, die für unser Gehirn nicht zu verstehen ist. Probier es doch einmal aus und denk jetzt nicht an eine grüne Kuh mit gelben Punkten! Und - hast Du dieses wunderschöne Exemplar vor Augen gehabt oder nicht? ;)
Darüber hinaus ist eine solche Formulierung zu nebulös, denn sie bedeutet schlussendlich weg von etwas - aber wohin? Und wenn ich mir nicht wirklich im klaren darüber bin, wohin ich möchte, so ist auch der richtige Weg schwer zu finden oder wie schon Lao-Tse sagte:
“Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg!’’
Habe ich kein echtes Ziel, so bin ich nicht fokussiert und sollte mich nicht wundern, wenn ich zu keinem Ergebnis komme.
Diese Dinge kommen Dir bekannt vor? Dann überdenke doch mal Deine Vorsätze, denn Ziele richtig zu definieren, ist keine Kunst. Beachte lediglich folgende Punkte (Du kannst natürlich noch tiefer in die Thematik wohlformulierter Ziele eintauchen, verstehe die folgenden Anregungen als kleine Appetizer ;) ):
° Weniger ist mehr!
Erst einmal gilt: Überfrachte Dich nicht mit einer Vielzahl von Zielen, die Gefahr des Verwässern ist dabei gross. Nimm Dir besser ein Ziel nach dem anderen vor - so kannst Du Dich leichter fokussieren und der Erfolg lässt Deine Motivation zur Erreichung der anderen Ziele Schritt für Schritt wachsen :)
Stell Dir einen Bogenschützen vor, der 10 verschiedene Scheiben vor sich hat - sinnvollerweise schiesst er erst einmal auf die nächstgelegene, bevor er weiter entfernte angeht. Und auf alle gleichzeitig kann er sowieso nicht schiessen...
° Hin zu statt weg von!
Wenn Dir dies schwer fallen sollte, so dreh den Spiess einfach mal um: Mal Dir gedanklich aus, was sein sollte und beschreibe, was anders ist! Beschreibe dieses andere so konkret wie möglich - ein „mehr Freizeit haben“ oder „Ich möchte nicht mehr 12 Stunden am Tag arbeiten!“hilft nicht wirklich weiter. Formuliere um und so wird z.B. aus einem „Ich möchte nicht mehr 12 Stunden am Tag arbeiten!“ ein „Ich arbeite täglich 8 Stunden!“
Probier es aus und merke: Ein positiv formuliertes Ziel ist ein kraftvolles Ziel!
° Den Weg finden!
Überlege Dir, was Du tun kannst, um Dein Ziel zu erreichen. Und solltest Du mal gar keine Idee haben, so stell Dir folgende Frage: Was kann ich tun, damit ich mein Ziel garantiert nicht (!) erreichen werde? Dies mag auf den ersten Blick paradox klingen, liefert aber meistens Ansätze, an die wir nie gedacht hätten!
Und bedenke stets:
"Auch ein tausend Meilen langer Weg
beginnt mit einem einzigen Schritt!“
(Laotse)
° Schreib Dein Ziel auf!
Das Aufschreiben auf Papier oder in eine Datei oder App macht das Ziel sichtbar und konkret und gibt die Möglichkeit, es auch einmal von einer anderen Perspektive zu betrachten. Stolpersteine können so wesentlich leichter entdeckt werden als durch ein Gedankenspiel, was schnell und unbedacht rausposaunt und noch schneller wieder vergessen wird!
Auf der anderen Seite haben wir durch das geschriebene Wort auch die Möglichkeit, uns dieses regelmässig wieder zur Hand zu nehmen und kritisch zu überprüfen - bin ich noch auf dem richtigen Weg? Was hilft mir beim Umsetzen meines Ziels? Was steht meiner Umsetzung im Wege und wie kann ich dies aus dem Weg räumen?
Schlussendlich trägt das Aufschreiben zu Deiner Transparenz und Verbindlichkeit bei - und lässt Deinen Schweinehund mit Sicherheit leicht adieu sagen :)
Probier es aus, formulier Deinen Vorsatz neu und entdecke den Motivationsschub, der sich entfalten wird. Diese Motivation wird Dein Antrieb sein, Deine alten Muster und Gewohnheiten zu durchbrechen:
Denn auch wenn es manches Mal ein steiniger Weg ist und harte Arbeit bedeutet - die eigenen Muster und Gewohnheiten können geändert werden! Dass dies kein leichtes Unterfangen ist, wird wahrscheinlich jeder darin Geübte bestätigen. Aber es ist möglich. Möglich, sofern wir ein klares Ziel vor Augen haben: Der besagte innere Schweinehund wird sich sicherlich insbesondere die ersten 30 Tage lautstark zu Wort melden. 1000’e von guten Gründen, vom eigentlichen Vorhaben abzusehen werden uns in den Sinn kommen. Aber wenn Du erst einmal diesen einen Monat (und wie schnell vergeht doch heutzutage leider ein Monat?) überstanden hast, so ist das schwierigste geschafft und neuen Mustern ist der Weg geebnet :)
Natürlich können wir unsere Zukunft nicht komplett nach unseren Vorstellungen und Zielen ausrichten, aber dadurch immerhin eine fruchtbare Basis dafür legen! Und diese muss nicht nur nach dem Motto „immer höher, immer schneller, immer weiter“ ausgerichtet sein, ganz im Gegenteil:
Bewusste Auszeiten und ein gesunder (!) Egoismus helfen uns, die 4.0-Zeiten zu entschleunigen und unsere Zeit zu geniessen (mehr dazu in Kürze) :)
Und noch eine letzte Weisheit:
"Wenn Du immer wieder das tust,
was Du immer schon getan hast,
dann wirst Du immer wieder das bekommen,
was Du immer schon bekommen hast!“
(Paul Watzlawick)
Herzliche Grüsse - ich freue mich auf Euer Feedback!
Christina