14/02/2020
Sehr geehrte Henriette Reker,
wir wenden uns im Namen der IG Kölner Gastro, deren 170 Mitgliedern und weiteren namhaften Gastronomen an Sie. Nicht im Ansatz weil wir Unruhe stiften möchten, sondern weil wir berechtigte Sorge haben um das Wohl unserer Gäste an Karneval.
Wir möchten uns hier äußern, weil es darf später niemand sagen wir hätten es nicht gewusst oder mit Nachdruck darauf aufmerksam gemacht.
BITTE verhindern Sie, dass das Verbot von Drängelgittern an Karneval durch das Ordnungsamt kontrolliert wird und die Gitter entfernt werden. Es würde für einige Gastronomien unhaltbare und gefährliche Zustände bedeuten. Um die Bagatelle als Beispiel zu nehmen, hier stehen an Karneval bis zu 500 Menschen vor der Türe und bitten um Einlass. Wenn diese als Traube vor der Türe stehen, leicht alkoholisiert und durchgefroren, dann kommt es zu Panik, Gedränge und Verletzungen. Wir wissen nicht erst seit Duisburg wie Menschen in unkontrolliertem Gedränge reagieren.
Der bekannte Gastronom Alexander Manek, von DER Karnevalsinstitution Haus Unkelbach, beschreibt es als brandgefährlich und nicht durchführbar ohne Drängelgitter. In seinem Fall begrüßt die Polizei das Vorgehen, weil die Menschen sonst auf der stark befahrenen Luxemburger Straße stehen würden.
Aus allen Teilen der Stadt erreichen uns Nachrichten von Wirten die fassungslos sind und auf die Bedrohung aufmerksam machen.
Wir waren am runden Tisch dabei, wir haben ihnen eine Mail geschickt und wir haben gestern in einem Telefonat auf die Situation aufmerksam gemacht. Der Austausch mit der Stadt Köln ist ausdrücklich sehr nett und wir verstehen durchaus die Bedenken.
Auch wir sind der Ansicht dass die Gitter nicht vor der Türe stehen dürfen, weil der Fluchtweg frei bleiben muss. Auch wir sind der Meinung dass nicht zu viele Gitter miteinander verkeilt sein dürfen. Wir werden darauf ein Auge haben, versprochen, aber wir können nicht auf die Gitter verzichten.
BITTE Henriette Reker, vertrauen Sie in diesem Fall auf die Expertise von langjährig engagierten Wirten, die den Umgang mit Hunderten von alkoholisierten Menschen in vielen Jahren perfektioniert haben. Wir haben geschultes Personal an der Türe, im konkreten Fall verzichten wir auf Glas und verwenden Mehrwegbecher, es gibt keine Kurzen, wir spielen ausschließlich kölscher Musik ohne BumBum, wir stellen freiwillig zusätzliche Toiletten auf, zahlen Gebühren um uns Garderoben genehmigen zu lassen, wir bereiten uns wochenlang akribisch vor und möchten dass die Jecken Tage ein großes und friedliches Fest für alle werden.
BITTE nehmen Sie uns und unsere Sorgen ernst.
Im Namen des kommissarischen Vorstandes der IG Kölner Gastro
Daniel Rabe
Philipp Treudt
Till Riekenbrauk
Martin Schlüter
Alexander Manek
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